18. Dezember – 4. Advent

adv16_18„Der gegenwärtige Augenblick ist ein Fenster, durch das die Sonne der Liebe Gottes hereinschaut in das Haus meines Lebens.“

Dieses Zitat von Heinz Schürmann begleitet mich nun seit einer Woche.
Im gegenwärtigen Augenblick zu leben, heißt für mich, ganz bei mir und so auch ganz bei Gott zu sein. Gerade in der letzten Adventswoche verlieren wir uns schnell in endlosen Terminschleifen, To Do-Listen und Dingen, die möglichst noch vor den Feiertagen erledigt werden sollten. Manche denken schon mit Unbehagen an die bevorstehenden Familienbesuche, die oft wenig mit Besinnlichkeit zu tun haben und nicht selten alte Wunden aufreißen. Dabei wird das Fenster immer trüber, sodass die Sonne Gottes fast gar nicht mehr zu uns durchfluten kann.

Wer sich Gott im gegenwärtigen Augenblick hingibt, muss einen doppelten Verzicht hinnehmen, „den auf die selbstgeplante Zukunft und den auf die festgehaltene Vergangenheit“, schreibt Schürmann. Zunächst scheint sich hier der Eindruck totaler Orientierungslosigkeit aufzudrängen – der Mensch gleicht einem Schiff, das der hohen See und den Gezeiten rettungslos ausgeliefert ist. Auf einer tieferen Ebene kann sich aber gerade in dieser Auslieferung Befreiung ereignen: Denn schrumpft der Berg der vielen Aufgaben und Sorgen nicht zusammen, ja wird er nicht bedeutungslos angesichts des Wesentlichen?

Britta Mühl

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