Johannes 10, 27-30

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. 28Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. 29Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. 30Ich und der Vater sind eins.

Gedanken zum Text

Ich fühle mich sofort an den Psalm 23 erinnert. Gott der gute Hirte. Sollten wir beleidigt sein, dass wir Menschen mit Schafen verglichen werden?

Letzten Sommer besuchte uns eine junge Frau aus Costa Rica. Sie entdeckte viele Dinge, die ihr neu und fremd waren. Worüber sie sich jedoch schon vor ihrer Anreise besonders freute, war es Schafe zu sehen. Sie kannte die Bibelstellen, in denen Gott als guter Hirte und wir als seine Schafe beschrieben wurden, doch hatte sie noch nie in ihrem Leben ein Schaf gesehen oder gehört.

Ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen, den blökenden Tieren auf der Wiese nebenan große Beachtung zu schenken, oder sie sogar zu beobachten. Die junge Frau aus Costa Rica nahm viele Eindrücke aus Österreich mit, doch am meisten lernte sie von ihren Beobachtungen einer Herde Schafe und ihres Bauern in meinem Heimatdorf. »Ich sehe nun einige neue Facetten der Gemeinschaft zwischen Gott und uns Menschen.«, sagte sie mir bei ihrer Abreise.

Jesus ist unser guter Hirte. Wir dürfen uns als seine Schafe bei ihm geborgen wissen und sicher fühlen. Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus den Weg in die Gemeinschaft mit Gott wieder frei gemacht. Nichts und niemand kann die erneuerte Möglichkeit der persönlichen Beziehung zwischen Gott und uns Menschen zerstören. Wir sind und bleiben Gottes Schafe. Jesus ist und bleibt der gute Hirte. Gott selbst hat sein Leben für uns gegeben und ein für allemal die Gemeinschaft zwischen ihm und uns besiegelt.

Methodisch-didaktische Hinweise

  • Im Internet (z.B. YouTube) finden sich zu diesem Thema viele Beiträge. Bilder und Musik können zur Vertiefung/Meditation eingesetzt werden, oder aber auch die Thematik einleiten.
  • Das Bild des guten Hirten und seiner Schafe wird in der Bibel mehrmals verwendet. In Gruppen können diese Stellen genauer behandelt werden. Welche Vergleiche werden gezogen? Was wollen uns diese lehren?
  • Wenn es möglich ist, eine Schafherde zu beobachten, sollte dies unbedingt gemacht werden. Ansonsten kann man gemeinsam Informationen über Schafe sammeln. Was können wir von diesen Tieren und ihrem Verhalten lernen?
  • Sehr bereichernd ist es, die Erfahrungen eines Hirten zu hören. Welche Bereiche der Beziehung zwischen Hirte und Schafe können auf die Beziehung zwischen Gott und uns Menschen umgelegt werden? Könnte ein Bauer der Umgebung eventuell eingeladen werden?

Autorin

Esther Scheuchl von der Evangelischen Jugend A.B. studiert Theologie in Wien