Matthäus 28, 16-20

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. 17Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. 18Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. 19Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Gedanken zum Text

Die elf Jünger kommen zu Jesus auf den Berg. Nicht alle fallen in Demut vor ihm auf die Knie, denn einige zweifeln. Sie zweifeln ob tatsächlich gerade diesem Mann so viel Macht im Himmel wie auch auf der Erde gegeben wurde. Und sie scheinen auch an Jesus selbst zu zweifeln: Es scheint für diese Jünger nicht sicher zu sein, ob Jesus auch wirklich jederzeit bei ihnen bleibt.

Dennoch: Jesus ist nicht böse, dass er nicht das volle Vertrauen der Jünger hat. Viel mehr bestärkt er sie in dem Glauben an ihn indem er sie bittet, in die Welt hinauszugehen und Menschen durch die Taufe zu seinen Jünger zu machen, für die er immer da sein würde. »Bis zum Ende der Welt« würde er an ihrer Seite sein und sie begleiten.

»Auch wenn ich nicht immer ganz an Jesus glaube kann, so verzeiht er mir doch, dass ich zweifle und verlässt mich nicht!« Dies war mein erster Gedanke nachdem ich diese Bibelstelle gelesen hatte. Wie gut sie doch in die Zeit passt! Zu viele Menschen haben den Glauben an Jesus und Gott verloren. Dies ist nur das Resultat aus den Geschehnissen: Unfälle, Mord, Angst und Schrecken. Kämpfe in Kabul, Krieg im Irak, Angriffe im Gazastreifen … Gewalt auf der ganzen Welt. Die weltlichen Probleme werden immer unübersehbarer. Männer, Frauen und vor allem Kinder der westlichen Kultur haben vielfach keinen Bezug mehr zur Theologie, keinen Bezug mehr zur Institution Kirche, die viel mehr bieten kann als Gottesdienste, aber vor allem ist die Verbindung zur Bibel abgerissen. Der Mut zum Glauben ist verloren gegangen.

Die weltliche Ungerechtigkeit wird verstärkt vernommen und auch kritisiert. Wie kann man denn bei so viel Unheil noch an einen Jesus glauben, den man noch nie gesehen hat und nie sehen wird? Die Menschen zweifeln an seiner Existenz. Dennoch: Gerade diese Bibelstelle zeigt uns, dass es uns erlaubt ist, zu zweifeln, beweist uns zugleich aber auch, dass wir dies nicht brauchen. Jesus selbst sagt uns, dass er für uns da sein würde, für uns, seine Jünger, bis zum Ende der Welt.

Er verlässt uns nicht, viel mehr ist er ein ganz besonderer Mensch, denn er persönlich, Jesus, dem alle Macht gegeben ist, begleitet seine Jünger auf ihrem Weg. Er ist somit sowohl der Begleiter als auch der Freund auf einer ungewissen Reise, der seine Jünger niemals im Stich lässt. Er ist allen in seinem Namen Getauften nahe und lässt uns nicht alleine.

Jesus gibt uns in diesen ungewissen Tagen, zwischen Krieg, Armut und Not die Gewissheit, dass da jemand sein wird, jemand, der uns stets begleitet und an unserer Seite unseren Weg einfacher zu machen scheint. Denn er beruhigt die Jüngern und alle im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Getauften und verspricht uns, dass er bis zum Ende der Welt für uns da sein würde.

Methodisch-didaktische Hinweise

Jesus wird immer bei uns sein, bis zum Ende der Welt.

Doch hatte vermutlich schon fast jeder einmal nicht die volle Gewissheit darüber, ob Jesus tatsächlich an unserer Seite ist.

Mit den Kindern soll nun eine große Plakatwand gestaltet werden. Zuerst soll überlegt werden, wann die Kinder sich nicht sicher waren. Wann waren Krisensituationen? Wann gab es große Probleme, bei denen sie nicht weiterwussten? Wann hatten sie Angst?

Aus den Antworten auf diese oder ähnliche Fragen soll nun die Plakatwand Danke entstehen. In der Mitte soll unter dem bunt gemalten Wort Danke auch noch der Text »Jesus ist bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt« stehen, so dass die Verbindung zwischen dem biblischen Wort und dem Leben der Kinder deutlich ausgemacht werden kann.

Mittels Zeichnungen oder Texten, die danach kunterbunt auf dieses Plakat geklebt werden können, soll herausgearbeitet werden, dass Jesus tatsächlich an unserer Seite steht. Die Problemlösungen der Kinder sollen daher dieses Plakat schmücken.

Damit sollen die Kinder nicht nur eine persönliche Beziehung zu dem Text herstellen, sondern auch die Hilfe(stellung) erkennen, die Jesus uns Tag für Tag gibt.

Jesus ist Teil unseres Lebens, geht an unserer Seite, ist uns Helfer, Begleiter und Freund … und dies, bis zum Ende der Welt.

Autorin

Sylvia Pilar von der Alkatholischen Jugend studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien

Erstveröffentlichung Sonntag, 11. Juni 2006