Markus 1, 12-15

Danach trieb der Geist Jesus in die Wüste. 13Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. 14Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes15und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

Gedanken zum Text

Jetzt ist es soweit – die Fastenzeit hat begonnen.

Auch im Leben Jesus gab es Fastenzeiten. Fasten-Zeit bedeutet nicht nur, dass man nichts (oder weniger isst), sondern es geht um mehr. Es geht um ein sich besinnen auf das Wichtige im Leben. Was hat sich in meinem Leben angesammelt an Eigenschaften, Routinen, Gewohnheiten, … die ich gar nicht brauche bzw. vielleicht auch gar nicht mag? In einer Fastenzeit kann man von vorne beginnen und neue Energie tanken für die Aufgaben, die auf einen zukommen werden. Auch Jesus bereitete sich auf seine Aufgabe vor. Der Satan versuchte ihn von seinem Vorhaben abzubringen, aber das hatte den gegenteiligen Effekt. In einer sehr komprimierten Zeit – und als solche würde ich die Fasten-Zeit bezeichnen – festigen sich Meinungen und Wertvorstellungen.

Am Schluss der Bibelstelle ist der wohl bekannte Satz: »Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!« Glaube bedeutet für mich auch ein sich immer wieder kritisch Hinterfragen, ein andauerndes Weiterentwickeln. Jesus brachte eine Botschaft, die nicht in die alte Lebensweise passte. Ein ganz neuer Anfang war notwendig, um ihm folgen zu können. Dieser Neubeginn ist auch in unserer Zeit wieder von Nöten.

Methodisch-didaktische Hinweise:

Gebet: Du Gott der Anfänge

z.B. unter: www.schulamt.at

Du Gott der Anfänge
segne uns,
wenn wir deinen Ruf hören,
wenn deine Stimme uns lockt
zu Aufbruch und Neubeginn.

Du Gott der Anfänge
behüte uns,
wenn wir loslassen und Abschied nehmen,
wenn wir dankbar zurückschauen
auf Segen und Ernte der gemeinsamen Zeit.

Du Gott der Anfänge
Lass dein Angesicht leuchten über uns,
wenn wir in Vertrauen und Zuversicht
einen neuen Sehritt wagen
auf dem Weg unseres Glaubens.
Du Gott der Anfänge sei uns gnädig,
wenn Angst uns befällt
vor dem Tor in ein unbekanntes Land,
wenn wir Schutz suchen bei dir
vor den Stürmen der Nacht.

Du Gott der Anfänge
lege dein Angesicht auf uns,
wenn unser Herz sich sehnt
nach Wärme und Glück,
nach Freundschaft und Begegnung.
Lass den Segen deines Lichtes mit uns sein.

Du Gott der Anfänge
schenke uns Frieden,
wenn der eigene Weg uns aufwärts führt,
wenn wir Lebe-Wohl sagen.
Lass die Blumen blühen für jeden von uns,
Iass Wind uns den Rücken stärken
und die Sonne warm auf das Gesicht scheinen,
wo immer wir gehen.

Du Gott der Anfänge,
schenke uns ein gutes Leben!

(Margit Weidenhofer)

Wie sieht dein Leben aus? Was findest du gut daran, was würdest du gerne ändern? Nimm einen Zettel und teile ihn in vier Bereiche:

  1. Familie und Freunde
  2. Beruf/Schule
  3. Hobbies & ich
  4. große Vision

– wo/wie bin ich in zehn Jahren?

Schreibe zu jedem der ersten drei Bereiche die positiven Dinge auf, die du beibehalten willst und ein bis drei Dinge, die du in der Fastenzeit (maximal in den nächsten sechs Monaten) ändern oder angehen willst. Beim vierten Bereich schreibe deine Vorstellung auf, wie du in zehn Jahren leben wirst.

Autorin

Sylvia Berger ist ehrenamtliche Mitarbeiterin der Katholischen Jugend Österreich.

Erstveröffentlichung 1. Fastensonntag, 3. März 2006